Mein Zucken
Die Zuckungen nehmen nach und nach an Stärke und Häufigkeit zu. Es ist das berühmte „An etwas Bestimmtes auf keinen Fall denken“, aber in Wirklichkeit wendet sich langsam jeder Gedanke, wenn es sein muß in einem überraschenden Themawechsel, dem glühenden Krater zu. Und der Körper macht mit. Schrumpft auf einmal, zieht aber zischend Luft ein, wenn es einen gerade beim Einatmen erwischt, für einen Bruchteil einer Sekunde sterbe ich. Dann entspannt sich wieder alles.
Ich muß nur an eine Berührung ihrer Hand denken. Jetzt ist es heiß, es tut weh, es ist trotzdem das, was ich ersehne und ersehne, auch wenn ich wegzucke, wie nach Strom. Ich stelle mir vor, ich würde zucken. Ich stelle mir vor, wie ich mich zusammenrolle und weine, und darüber weine ich dann ganz erschrocken.
Ich muß daran denken, wie sich ihr warmer Körper an mich schmiegt, es passt so unglaublich gut, es ist ein unendlicher schwereloser Fall.
Ich denke an das Umarmen in der Nacht und bin kurz davor, zu einer Kugel zu werden. Ich muß daran denken, wie ihre Hände zart tasten wie blinde Tierchen.
Angst und Wut, Wut und Schiß, ein erbärmlicher kalter Schiß vor der Wahrheit von Morgen
füllen meinen Kopf.
Was hat dieser andere Körper gemacht? Das Blut tut weh, während es viel langsamer fließt als
sonst. Es klebt an den Adern. Ich bin sehr feige.
Dieses Zucken hat kein Recht. Es tut aber so. Sogar hohe Töne tun jetzt weh. Immer und immer wieder will ich die Zeit um eine Woche zurückdrehen, oder mehr, ich will irgendwas anders machen, dieses mal, und weiß doch nicht was. Ich will zu ihr, aber ich kann wohl nicht. Auch der Schlaf kommt einfach nicht. Ich rauche, ich rauche soviel, wie sonst nur die anderen rauchen, die richtigen Raucher.
Irgendwann hocke ich wimmernd auf dem Boden, und ein kleiner Zwerg kommt, und denkt ich huste, und klopft mir lachend auf den Rücken.